Kreativprojekt 2012

Freiburger Verein „Werte bewegen“ führt zum zweiten Mal sein Jugend-Kreativ-Projekt durch

Nach dem Erfolg im letzten Jahr führte der Verein „Werte bewegen“ in diesem Sommer zum zweiten Mal sein Jugend-Kreativ-Projekt durch. Vierzehn verhaltensauffällige Jugendliche, zum Teil mit autistischen Zügen, kamen an drei Wochenenden auf dem Feißenhof bei Furtwangen zusammen, um gemeinsam künstlerisch zu arbeiten. Zur Malerei und Bildhauerei kam in diesem Jahr noch die Musik. Die naturnahe Lage bot den Kindern zudem die Möglichkeit, sich zurückzuziehen oder einfach einmal auszutoben. „DIe künstlerische Betätigung hilft den Kindern ihre Potenziale zu entdecken und das Erfolgserlebnis eines schönen Ergebnisses hebt das Selbstwertgefühl - darum geht es uns“, sagt Freiburgs Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach, der Vorstandsmitglied des Vereins „Werte bewegen“ ist.

Gruppe vom Teilnehmern

Dementsprechend strahlen auch die Gesichter der vierzehn Jugendlichen, die am Sonntag, 7. Oktober, beim offiziellen Abschluss des zweiten Jugend-Kreativ-Projektes ihre Ergebnisse präsentierten. Das Thema Wasser zog sich durch alle Arbeitsbereiche. Beeindruckende Bildwelten, Objekte und auch Musikinstrumente sind unter Anleitung der Künstler Rémy Trevisan und Charly Loth sowie der Sängerin Corinna Pregla und dem Musiker Axel Porath entstanden. Sie zeigen, welche Begabungen in jedem einzelnen Jugendlichen stecken. Höhepunkt der Veranstaltung: Die musikalische Darstellung eines Sturms.

An den Projektwochenenden liefen im großen Atelierraum des Feißenhofs alle Projektangebote parallel. So konnten die Jugendlichen immer mal wieder zwischen Musik, Malerei und Bildhauerei wechseln. „Das war uns wichtig“, sagt Projektinitiator Helmut Friedel, „denn es liegt uns viel daran, dass die Jugendlichen Spaß an der Sache haben.“ Im Zentrum des Projektes stand der Bau eines Monochords, eines japanischen Saiteninstruments. Hier fanden die drei Künste Malerei, Bildhauerei und Musik zusammen. Zusammen mit dem Bildhauer Charly Loth bauten die Kinder zunächst das Grundinstrument. Unter Anleitung von Maler Rémy Trevisan wurde es mit Farben gestaltet und dann zusammen mit den Musikern Corinna Pregla und Axel Porath auch gespielt.

Die Künstler sind begeistert vom Ablauf des Projekts, denn die Kinder haben sich in vielerlei Hinsicht weiterentwickelt. „Es ist wunderbar zu sehen, wie Musik die Kinder aufschließen kann“, sagt Corinna Pregla. Auch Rémy Trevisan ist beeindruckt. „Diese Kinder haben ja oft keine andere Möglichkeit sich auszudrücken“, sagt er, aber bei der Malerei sei häufig ein richtiger Dialog entstanden. Charly Loth legte einen Schwerpunkt auf die Verbesserung der handwerklichen Fähigkeiten: „Es hilft den Kindern, wenn sie etwas Bleibendes von Wert schaffen können“, sagt Loth, zudem würden sie lernen strukturiert vorzugehen, indem sie erst planen und dann umsetzen. So lernen sie auch selbst den Wert ihrer Arbeit zu schätzen. Dass ein solches Projekt zudem die Chance ist, bei den Kindern außergewöhnliche Inselbegabungen zu entdecken, die man gezielt fördern sollte, darüber sind sich alle Künstler einig. Und auch die Eltern der Kinder profitieren: „Es ist Balsam auf die Seele von Müttern und Vätern, wenn die Fähigkeiten ihrer Kinder anerkannt werden“, ist Corinna Pregla überzeugt.

Natürlich darf ein solches Projekt keine Einzelmaßnahme bleiben. Für die Kinder ist es wichtig, dass es eine Fortführung gibt. Deshalb wird Klaus Landen, Leiter der Caritas Betreuungseinrichtung Mariahof, gemeinsam mit den Betreuerinnen der Kinder und mit Unterstützung von Gerhard Veith, Professor an der Katholischen Hochschule Freiburg, die Erkenntnisse aus den Projekten individuell aufarbeiten und dann in Abstimmung mit allen Beteiligten sinnvolle und nachhaltige Folgemaßnahmen vorschlagen. Auf dieser Basis werden dann die nächsten Projekte am Feißenhof geplant.

Gruppe beim Malen    Kind baut Instrument

Kind beim Musizieren

Kreativ sein: Malen, Musikinstrumente bauen und Musizieren standen im Mittelpunkt des Kreativprojekts 2012. Weitere Impressionen siehe Dokumentation.